Erster Sieg im ADAC GT Masters für EFP by TECE in Sachsen!

Montag, September 10, 2018

 

Unverhofft kommt oft, weiß der Volksmund. Und gar nicht so selten trifft diese Binsenweisheit auch auf den Motorsport zu. Oft genug in dieser Saison vom Pech verfolgt, war Glücksgöttin Fortuna dem Team EFP by TECE auf dem Sachsenring für einmal richtig hold. Der erste Sieg in der so hart umkämpften „Liga der Supersportwagen“ im Sonntagsrennen kam allerdings auch für die Mannschaft aus Bobingen bei Augsburg ziemlich unerwartet.

 

Zunächst hatte das Rennwochenende auf der 3,6 Kilometer langen Berg- und Talbahn bei Hohenstein-Ernstthal gar nicht nach Wunsch begonnen. Das erste Qualifying am Samstagmorgen ging für Florian Spengler (30, Ellwangen) und Dries Vanthoor (19, Hasselt/B) im Audi R8 LMS mit der Startnummer 12 sowie Elia Erhart (30, Roth) und Pierre Kaffer (41, Salenstein/CH) mit den Startpositionen 25 und 30 ziemlich in die Hose. Und auch die Schlussränge 21 und 24 im ersten Ein-Stunden-Rennen entlockten den Beteiligten keine Jubelschreie.

 

Das änderte sich tags darauf deutlich. Zwar klappte auch das zweite Qualifying mit den Startpositionen 17 (Vanthoor) und 26 (Kaffer) nicht plangemäß, doch war dies durch ein technisches Problem an der Bremse bei der 12 sowie einem auf Blockadekurs fahrenden Konkurrenten bei der 11 hinreichend zu erklären. Und das zweite Rennen sollte dann an Chaos und Dramatik kaum zu überbieten sein.

 

Die Vorentscheidung fiel im Zuge der Öffnung des Boxenstoppfensters zwischen den Rennminuten 25 und 35. Während der Großteil des Feldes früh zum vorgeschriebenen Fahrerwechsel an die Box fuhr, entschied die Teamleitung von EFP by TECE, ihre Autos auf der Strecke zu belassen, was zur Folge hatte, dass die beiden gelb-schwarzen Audi R8 LMS nun deutlich in Führung lagen. Als ein weiterer Vorfall das Safety Car erneut auf die Bahn zwang, erkannte Teamchef Holzer die Chance und beorderte Vanthoor und Kaffer sofort und gleichzeitig an die Box. Weil es beide Autos vor dem hinter dem Safety Car nahenden Feld wieder auf die Bahn schafften, lagen sie, nachdem sie den Anschluss ans Feld wieder hergestellt hatten, nun fast eine ganze Runde vorne.

 

Da das Safety Car irrtümlich vor dem falschen Auto platziert war, entschied sich die Rennleitung zum Leidwesen der Holzer-Truppe zu einem „Wave-by“ und gestattete es dem Feld, sich wieder zurückzurunden, wodurch Erhart und Spengler ihre direkten Verfolger wieder direkt im Nacken hatten. Leider unterlief Spengler im anschließenden rund 12-minütigen Schlusssprint zur Zielflagge ein kleiner Fehler, der ihn und Partner Vanthoor letztlich 17 Positionen kostete. Kaffer-Co Erhart aber bewies Nerven aus Stahl und fuhr den Sieg trotz wütender Attacken seines Hintermanns und Markenkollegen Sheldon van der Linde nach Hause.

 

„Die Autos beim Öffnen des Boxenstoppfensters draußen zu lassen, war wie eine Eingebung“, lachte Teamchef Thomas Holzer. „Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass es angesichts des im Kies steckenden Ferrari bei Gelben Flaggen bleibt. Als das Safety Car dann aber doch auf die Piste fuhr, haben wir beide Wagen sofort reingeholt und sie zum Glück auch vor dem Führungsfahrzeug wieder auf die Strecke gebracht. 20 Sekunden später wäre das ganze Feld wieder vorbei gewesen. Im Qualifying hat uns das Glück wieder mal gefehlt – im Rennen haben wir es doppelt und dreifach zurückbekommen.“

 

Das Saisonfinale der „Liga der Supersportwagen“ steigt am 22./23. September in Hockenheim.

 

 

 

 

Bilder Copyright: Roland Hasenmüller, Michael Ehrensperger

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